Die radikalste, existentielle Erfahrung im Zeichenformat war die Performance Oberwasser beziehungsweise das Aufgehobensein im Wasser 1987. Als Linie wurde schwimmend eine 100 Meter lange, weiße Papierbahn durch den Trog des Schiffhebewerks gezogen.

Oberwasser, Unterwasser oder das Aufgehobensein im Wasser 1987, Performance Schiffshebewerk Scharnebeck

Schwimmend schweben und allein in schneidend klarer Kälte sein – kein Bad dies, keine Zeichnung und kein Bild nein: außer Land und Bild im Wasser wie es Hegel meint ‚aufgehoben sein’. Oder anders: die augenscheinlichste Bewegung wird weniger wahrgenommen, als die der Spuren: zwar schwimme ich waagerecht durch den längsgerichteten Trog, Wassersarg und erlebe ihn, den Zwischenraum als wäre er der eigentliche Raum, mich passagierend. Doch das, was ich sichtbar mache, wird unendlich sichtbarer durch die Technik des Schnitts: die einfach-grausame, himmelansteigende Fahrt der technische Hub des Sargs schafft Sicht und verhilft noch dem Teil des Unsichtbaren zur selben. Auch ich, demnach steil ansteigend an Erfahrung in Stille mit mir, in naßflächiger Einsamkeit?

Ich? Im unmittelbaren Kunstzustand, Ich versprach ja nur der Unmöglichkeit: ich schwimme weiter in dir, ich denke weiter, ich wage weiter als ich kann; anderes lohnt nicht als dieser Versuch zu leben – Ägyptisch unheimlich, ringsum steilhoch sehe ich gerade nicht; ich schwimme und sehe die Vorstellung mit ihren Augen, halte Sie und mich schadlos im Teilen. Ich sehe nicht. Sie sehen und ich fühle – Sinnen-Vergesellschaftung oder: wenn ich nicht fühle, sehen Sie nicht das Ganze, Totale, Mögliche. der das Zusammenwirken von technischer Natur und künstlerischem Entwurf synthetisch bildet und – wenn es gelingt, sogar sedimentiert in Erinnerung bleibt.